STATEMENT

Meine künstlerische Intention ist, die Aspekte der  bildhaften Phänomene der Gegenwart und deren inhaltliche Ursprünge zu befragen. Ausgehend von der kognitiven Bestimmtheit des menschlichen  Sehens, versuche ich mit malerischen Mitteln die Auswirkungen dieses Vorgangs zu deuten.

Grundlage sind die gegenwärtigen ästhetischen Veränderungen der bildhaften Wirklichkeiten. Die visuelle Wahrnehmung war in den letzten 20 Jahren essentiellen ästhetischen Veränderungen ausgesetzt. Auf der Basis der  Digitalisierung der visuellen Kommunikation hat eine extreme Zunahme von Farbigkeit, Buntheit und Kontrast unsere Alltagsumgebung okkupiert.  Die visuellen Reize werden hochgefahren, um im Wettbewerb der Aufmerksamkeit zu bestehen. Die Zeit auf Reize zu reagieren wird immer kürzer. Diese ästhetischen Phänomene der Überreiztheit versuche ich künstlerisch mit den handwerklichen Mitteln der Malerei  zu untersuchen.

Inhaltlich greife ich häufig auf die in der medialen Öffentlichkeit produzierten Diskurse, Bilder, Symbole und Bildmythen (Images) zurück. Mein Anliegen ist es,  durch Malerei  diese  Elemente und die Symbole der „Images“ auf ihre inhaltliche und visuelle Aussagekraft hin zu befragen und umzudeuten. Die „Images“  sind nach der  künstlerischen  Transformation für mich zu allererst  phänomenologischer Natur.

In meiner Arbeit benutze ich unterschiedliche malerische Konzepte. Narrative, abstrakte, konzeptuelle oder konkrete Malerei, meist in kleinen Serien. Damit habe ich größtmögliche künstlerische Freiheit, in meinen Bildern den formal adäquaten  Ausdruck zu erreichen.  „Es geht darum das Leben zu übertreffen“, frei mit dem Material umzugehen und Dinge in eine andere Ordnung zu rücken. Es geht um Verdichtung, Übertreibung, Verzerrung, Zerstörung und neu Zusammensetzen. Es geht um Malerei als Mittel der direkten Kommunikation. Meine Malerei  soll den Betrachter herausfordern, überfordern und unterhalten.

Die Malerei  bedeutet jedes Mal aufs Neue die Entdeckung meiner individuellen „Gestaltkraft“. Das kann zum Scheitern führen oder bestenfalls dazu, dass ich mich bei dieser forschenden Suche von den eigenen Entdeckungen selbst überraschen lasse. Am allerwenigsten will ich mich selbst langweilen, so wenig wie den Betrachter. Jedes fertige Bild erzeugt neue Fragen, die mich herausfordern, mit dem nächsten Bild eine Antwort zu finden.  Im Sinne von A. Camus:
wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“.

24.04.2018